Was ist ein reflexives Verb und was ein Akkusativ-Objekt?
Frage von פסיכופת: Was ist ein reflexives Verb und was ein Akkusativ-Objekt?
Wie unterscheidet sich ein reflexives Verb von einem “einfachen” Verb + Akkusativ Objekt? (Abgesehen von Verben, die IMMER mit Reflexivpronomen stehen wie “Ich erinnere MICH.”)
Zum Beispiel: “Ich wasche mich.” Ist “waschen” reflexiv oder ist “mich” hier einfach ein Akkusativ Objekt? Man könnte ja auch einfach sagen: “Ich wasche (Wäsche).” Also kommt “waschen” prinzipiell auch ohne ein Reflexivpronomen (sofern es überhaupt eins ist) aus. Woher weiß man, wann es sich um ein reflexives Verb handelt?
Beste Antwort:
Answer by anna-lena d
echte reflexive verben sind verben, die immer und nur auf das handelnde subjekt bezogen sind. z.b. sich konzentrieren
demnach ist waschen kein echtes reflexives verb, wenn ich es mit einer anderen person benutze.
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Kommentare(4)
Ein reflexives Verb bezieht sich auf das Subjekt (sich sehen)
Ein reflexives (rückbezügliches) Verb besitzt immer ein Reflexivpronomen und bezieht sich immer auf sich selbst, das heißt, es drückt das Identischsein des Handelnden mit der Handlung (bzw. grammatikalisch mit dem Subjekt des Satzes) aus: “Ich wasche mich.”
Der Akkusativ erscheint immer nach einer der folgenden Präpositionen: durch, für, ohne/sonder, um, gegen, wider.
Echte reflexive Verben hingegen können auch ein Pronomen im Dativ bei sich haben: “Ich kaufe mir ein neues Auto.”
Eine gute Übersicht zum Thema findet sich im untenstehenden Link.
Ein Akkusativobjekt antwortet auf die Fragen WEN? oder WAS? z. B. durch:
1. Ein Pronomen, Substantiv, Numerale im Akkusativ
»Ich sehe zwei / dich / Bäume«.
2. Einen Infinitiv mit “zu”: »Er versprach, das Rauchen aufzuhören.«
3. Einen Gliedsatz. Beliebt sind »dass«-Sätze,
z. B. »Er sagt, dass er gern reite.«
Aber auch: »Sie meint, er reite gern.«
Reflexives Verb
Ein reflexives Verb drückt jene Tätigkeit eine Subjektes (Sprechers) aus, welche sich auf ihn Selbst bezieht. Die deutsche Sprache kennt viele Verben, die in Verbindung mit einem Reflexivpronomen reflektive Tätigkeitsaussagen ermöglichen. Soll beispielsweise im Deutschen ausgedrückt werden, dass derjenige, der wäscht und derjenige, der gewaschen wird, ein und dieselbe Person sind, verwendet man das Reflexivpronomen sich, um das reflexive Verb sich waschen zu bilden: Paul wäscht sich.
Sog. echte reflexive Verben werden ebenfalls mit Reflexivpronomen verbunden, wie z. B. sich vorsehen, sich konzentrieren. Jedoch lassen sie sprachlich kein vom grammatischen Subjekt abweichendes Objekt zu: Jemand anderen, als sich selbst kann “Paul” durchaus waschen, nicht aber vorsehen oder konzentrieren.
Neben der morphologischen Besonderheit ist semantisch interessant, dass diese Formen keinen Passiv bilden können.
Das Reflexivpronomen bezieht sich immer auf das Subjekt des Satzes.
Bei “echten” reflexiven Verben, kann das Reflexivpronomen nie weggelassen oder durch ein anderes Pronomen oder ein Substantiv ersetzt werden. -> NUR: “Ich schäme mich.” – NICHT möglich: “Ich schäme.” oder “Ich schäme ihn.”
Man auch nicht nach dem Reflexivpronomen fragen. -> “Ich beeile mich.” – “Wen beeile ich?” (Ergibt keinen Sinn!)
Bei reflexiven Verbvarianten erhält das Verb durch das Reflexivpronomen eine andere Bedeutung, z.B. “verlassen” hat alleine eine andere Bedeutung als “sich (auf etw.) verlassen”. Im Übrigen verhält es sich wie bei “echten” reflexiven Verben: Man kann nicht nach dem Reflexivpronomen fragen oder es einfach weglassen oder ersetzen, ohne dass sich der Sinn ändert. -> “Ich ärgere mich.” – “Ich ärgere ihn.” = Die Bedeutung ändert sich von “Ärger empfinden” zu “Ärger verursachen”.
“Waschen” ist (nur) ein reflexiv verwendetes Verb, dessen Bedeutung sich dadurch nicht ändert. Das Reflexivpronomen übernimmt die Rolle des Objekts. -> “Ich wasche mich.” – “Ich wasche mein Gesicht.”